Auch für sehr junge Kinder
Kinder können schon sehr früh mit dem Gitarrenspiel beginnen. Dabei geht es zunächst nicht darum, möglichst schnell viele Stücke zu lernen. Entscheidend sind Freude, Vertrauen und ein spielerischer Umgang mit dem Instrument.
Ich unterrichte Kinder bereits ab etwa drei bis vier Jahren. In kleinen Schritten lernen sie den Umgang mit der Gitarre, eine natürliche Haltung und erste musikalische Grundlagen. Dabei orientiere ich mich am einzelnen Kind – denn jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo.
Gerade bei sehr jungen Kindern spielt das Lernen durch Hören, Sehen und Nachahmen eine wichtige Rolle. Deshalb dürfen und sollen Eltern oder Großeltern den Unterricht begleiten und gerne selbst mitspielen.
Was Kinder am Anfang lernen
Haltung und Umgang mit der Gitarre
Von Anfang an lernen die Kinder, die Gitarre sicher und entspannt zu halten. Dazu gehören die richtige Sitzposition, der Umgang mit Fußbank und Rutschtuch sowie eine natürliche und möglichst schonende Haltung der Hände. Bei sehr jungen Kindern kann ein Capodaster helfen, die Abstände für die linke Hand zu verkleinern
Erste Töne und die rechte Hand
Zunächst spielen die Kinder einzelne Töne auf den leeren Saiten. Dabei lernen sie, Zeige- und Mittelfinger abwechselnd einzusetzen und die Basssaiten mit dem Daumen zu spielen. Von Anfang an achte ich auf eine saubere und entspannte Bewegung der rechten Hand. Nach und nach lernen die Kinder dabei auch unterschiedliche Anschlagstechniken wie Apoyando und Tirando kennen.
Die ersten Töne der linken Hand
Mit der linken Hand lernen die Kinder zunächst einzelne Töne zu greifen. Dabei achte ich besonders auf eine entspannte und korrekte Handhaltung. Gerade am Anfang muss ein Ton noch nicht perfekt klingen. Wichtiger ist, dass sich die Hand langsam an die neue Bewegung gewöhnt und keine unnötigen Schmerzen entstehen.
Beide Hände zusammenspielen
Zunächst lernen die Kinder viele Bewegungen mit jeder Hand einzeln. Wenn diese sicherer werden, beginnen wir, beide Hände miteinander zu koordinieren. Das braucht Zeit und viele Wiederholungen – deshalb gehen wir auch hier in kleinen Schritten vor.
Rhythmus und Notenwerte
Auch Rhythmus und Notenwerte gehören von Anfang an zum Unterricht. Dafür nutze ich unter anderem ein selbst entwickeltes Kartenspiel. Die verschiedenen Notenwerte werden mit Sprache und Klatschen verbunden. So können Kinder rhythmische Zusammenhänge zunächst hören, sprechen und erleben, bevor sie sie theoretisch verstehen müssen.
Musikalischer Ausdruck und das Stimmen der Gitarre
Nach und nach lernen die Kinder auch musikalische Vortragszeichen wie Piano, Forte, Fermate oder Ritardando kennen. Dabei geht es darum, Musik nicht nur richtig zu spielen, sondern sie auch zu gestalten.
Außerdem lernen sie den Umgang mit einem Stimmgerät und bekommen ein erstes Verständnis dafür, wie die Gitarre gestimmt wird. Mit zunehmender Erfahrung können sie ihr Instrument immer selbstständiger vorbereiten.
Eltern begleiten das Lernen
Gerade sehr junge Kinder brauchen beim Üben zu Hause die Unterstützung ihrer Eltern. Deshalb ist es mir wichtig, dass Eltern oder Großeltern besonders am Anfang beim Unterricht dabei sind. Sie erleben, wie wir gemeinsam arbeiten, und können vieles zu Hause aufgreifen.
Dabei müssen Eltern keine Gitarrenlehrer sein. Geduld, gemeinsames Wiederholen und die Freude über kleine Fortschritte sind viel wichtiger. Wer möchte, darf im Unterricht auch selbst mitspielen. So lernen Kinder vieles durch Zuhören, Zuschauen und Nachahmen.
Die passende Gitarre für Kinder
Eine Kindergitarre sollte vor allem zur Größe des Kindes passen und sich gut spielen lassen. Welche Größe geeignet ist, schauen wir uns am besten gemeinsam an. Für die ersten Monate stelle ich bei Bedarf auch kostenlos eine passende Leihgitarre zur Verfügung.
Auch der Klang des Instruments ist wichtig. Eine Gitarre mit massiver Decke aus Zeder oder Fichte ist für den Unterricht eine gute Wahl. Vom vorschnellen Kauf einer sehr günstigen Gitarre rate ich eher ab – ein Instrument, das sich schlecht spielen lässt oder wenig Klang entwickelt, kann gerade am Anfang unnötig frustrieren.
Vorspielen und Repertoire
Zweimal im Jahr haben die Kinder die Möglichkeit, in einem kleinen konzertanten Rahmen vorzuspielen. Dabei geht es gerade am Anfang nicht darum, besonders schwierige Stücke zu präsentieren. Auch ein einfaches Stück, das sicher gespielt werden kann, ist dafür geeignet.
Die Kinder lernen so nach und nach, vor anderen zu spielen und mit einer Auftrittssituation selbstverständlich umzugehen. Gleichzeitig beginnen wir früh damit, ein kleines Repertoire aufzubauen – also einige Stücke, die jederzeit wieder hervorgeholt und vorgespielt werden können.
